Fassade dämmen 2027: Kosten pro m², Methoden & Förderung

31. Oktober 2026

Fassade dämmen 2027: Kosten pro m², Methoden & Förderung

Kurzantwort: Eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kostet laut Baukosteninformationszentrum rund 180 bis 200 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche, eine Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk 20 bis 50 Euro, eine vorgehängte hinterlüftete Fassade rund 330 Euro. Gefördert wird sie mit 15 Prozent BAFA-Zuschuss oder 20 Prozent Steuerbonus. Am meisten lohnt sie sich, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss.


Die Außenwände sind kalt, der Putz hat Risse, und die Heizkosten steigen. Eine Fassadendämmung ist eine der wirksamsten, aber auch teuersten Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Deshalb lohnt es sich, Methode, Zeitpunkt und Förderweg genau zu wählen.


Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Energetische Sanierung. Hier erfährst du, welche Dämmmethoden es gibt, was sie kosten und sparen, welche Vorgaben gelten und wie die Dämmung abläuft.


Inhalt: Methoden im Vergleich · Kosten und Rechenbeispiel · Einsparung und Wirtschaftlichkeit · Pflichten und Vorgaben · Genehmigung und Nachbarrecht · Ablauf · Förderung 2027 · Sinsheim und Kraichgau · Fehler und Tipps · Checkliste · FAQ


Welche Methoden der Fassadendämmung gibt es?


Es gibt vier Wege: Das Wärmedämmverbundsystem klebt Dämmplatten außen auf die Wand und verputzt sie. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade montiert eine Bekleidung mit Lüftungsspalt vor die Dämmung. Bei der Kerndämmung wird Dämmstoff in den Hohlraum zweischaligen Mauerwerks geblasen. Die Innendämmung kommt infrage, wenn die Ansicht außen erhalten bleiben muss.


WDVS vs. vorgehängte Fassade


Das WDVS ist die günstigere und häufigere Lösung. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade kostet deutlich mehr, ist aber robust, gut reparierbar und gestalterisch flexibel. Bei Holzbekleidung passt sie gut zu Anbauten und Aufstockungen in Holzbauweise.


Wann ist eine Kerndämmung möglich?


Nur bei zweischaligem Mauerwerk mit einem durchgehenden, trockenen und sauberen Hohlraum von mindestens etwa 4 bis 6 Zentimetern. Die Vorschale muss intakt sein. Die Kerndämmung ist günstig und verändert die Fassade nicht, die erreichbare Dämmwirkung ist aber durch die Breite des Hohlraums begrenzt.


Was kostet es, die Fassade zu dämmen?


Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassadenfläche ergibt ein WDVS rund 27.000 bis 30.000 Euro, eine Kerndämmung 3.000 bis 7.500 Euro und eine vorgehängte Holzfassade rund 49.500 Euro. Dazu kommen je nach Angebot Gerüst, neue Fensterbänke, Anschlüsse und gegebenenfalls Untergrundarbeiten.


Rechenbeispiel WDVS, 150 m² Fassade: 27.000 bis 30.000 Euro. Mit BAFA-Zuschuss von 15 Prozent bleiben 22.950 bis 25.500 Euro. Mit Steuerbonus von 20 Prozent bleiben 21.600 bis 24.000 Euro, verteilt über drei Steuerjahre. Plane zusätzlich 10 bis 20 Prozent Puffer für Untergrund und Anschlüsse ein.


Gut zu wissen: Ob Gerüst, Fensterbänke, Rollladenanpassungen und Sockeldämmung enthalten sind, unterscheidet sich stark zwischen Angeboten. Lass dir diese Posten einzeln ausweisen.


Du willst wissen, welche Methode zu deinem Haus passt? Wir schauen uns Wand, Untergrund und Anschlüsse vor Ort an und klären mit dir den Förderweg. Anfrage senden


Wie viel spart eine Fassadendämmung und wann lohnt sie sich?


In einem Beispiel der Bausparkasse Schwäbisch Hall spart ein WDVS an einem Haus von 1983 rund 19 Prozent Heizenergie, das sind etwa 4.000 Kilowattstunden pro Jahr. Mit Förderung amortisiert sich die Dämmung dort nach rund 20 bis 22 Jahren, bei steigenden Energiepreisen früher. Am wirtschaftlichsten ist sie, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss.


  • Ohnehin-Kosten: Gerüst und neuer Putz sind fällig? Dann zahlst du für die Dämmung nur den Aufpreis.
  • Wandaufbau: Je schlechter die Wand heute dämmt, desto größer die Einsparung.
  • CO2-Preis: Er liegt 2026 bei 55 bis 65 Euro pro Tonne und soll 2027 im selben Korridor bleiben, ab 2028 bildet er sich voraussichtlich im europäischen Emissionshandel.
  • Komfort: Wärmere Wandoberflächen senken das Schimmelrisiko und verbessern das Raumklima. Mehr dazu im Ratgeber Schimmel und Feuchtigkeit.


Welche Vorgaben gelten für die Fassadendämmung?


Für die Förderung muss die gedämmte Außenwand einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) erreichen. Gesetzlich gilt nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz: Wird mehr als 10 Prozent der Außenwandfläche erneuert, darf der U-Wert höchstens 0,24 W/(m²K) betragen. Eine allgemeine Pflicht, die Fassade zu dämmen, gibt es nicht.


Wie viel Dämmstoff dafür nötig ist, hängt vom Wandaufbau und vom Material ab und wird vom Energieberater berechnet. Welche weiteren Pflichten nach einem Hauskauf gelten, steht im Ratgeber Sanierungspflichten nach dem Hauskauf.


Brauchst du eine Genehmigung und was gilt an der Grundstücksgrenze?


In Baden-Württemberg sind Außenwandbekleidungen einschließlich Wärmedämmung verfahrensfrei, außer bei Hochhäusern. Bei Kulturdenkmalen brauchst du zusätzlich die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde. Steht dein Haus an der Grundstücksgrenze, muss der Nachbar einen Überbau durch die nachträgliche Dämmung von bis zu 25 Zentimetern unter bestimmten Voraussetzungen dulden.


Die Duldungspflicht nach § 7c Nachbarrechtsgesetz Baden-Württemberg gilt, wenn die Dämmung die Nutzung des Nachbargrundstücks nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt und eine schonendere Dämmung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich ist. Der Nachbar erhält einen angemessenen Ausgleich in Geld. Du musst die gedämmte Fassade instand halten.


Praxistipp: Sprich bei Grenzbebauung früh mit den Nachbarn und halte die Vereinbarung schriftlich fest, auch wenn das Gesetz keine Anzeige vorschreibt. Das erspart späteren Streit.


Wie läuft eine Fassadendämmung ab?


Vor der Dämmung stehen Bestandsaufnahme, Energieberatung und Förderantrag. Danach folgen Gerüst, Vorbereitung des Untergrunds, Dämmung, Armierung und Putz, zuletzt die Anschlüsse an Fenster, Dach und Sockel. Bei BAFA-Förderung bestätigt der Energieeffizienz-Experte zum Schluss die fachgerechte Ausführung.


1. Bestandsaufnahme

Wandaufbau, Feuchte, Tragfähigkeit des alten Putzes, Rissbild. Feuchte Wände müssen vorher trocken gelegt werden.


2. Energieberatung und Planung

Der Energieberater berechnet die Dämmstärke für den Ziel-U-Wert, plant die Anschlüsse und erstellt für die BAFA-Förderung die technische Projektbeschreibung.


3. Förderweg wählen und beantragen

Zuschuss oder Steuerbonus? Für den Zuschuss schließt du einen Vertrag, der nur bei Förderzusage wirksam wird, und stellst den Antrag vor Beginn.


4. Gerüst und Vorbereitung

Fensterbänke, Fallrohre, Lampen und Schilder werden abgebaut, der Untergrund gereinigt und ausgebessert.


5. Dämmen, armieren, verputzen

Platten werden verklebt und gegebenenfalls gedübelt, mit Armierungsgewebe überzogen und verputzt.


6. Anschlüsse und Abschluss

Fenster, Rollladenkästen, Dachüberstand und Sockel werden wärmebrückenarm angeschlossen. Neue, tiefere Fensterbänke werden montiert. Danach folgen Abnahme und Nachweise für Förderung oder Steuerbonus.


Wichtig: Planst du neue Fenster, gehören sie vor oder in die Dämmebene. Wie du Fenster und Fassade abstimmst, erklärt der Ratgeber Fenster tauschen.


Welche Förderung gibt es 2027 für die Fassadendämmung?


Das BAFA fördert die Dämmung der Außenwand mit 15 Prozent auf bis zu 30.000 Euro förderfähige Kosten. Mit individuellem Sanierungsfahrplan steigt die Grenze auf 60.000 Euro, der Anteil über 30.000 Euro wird mit 20 Prozent gefördert. Alternativ gibt es 20 Prozent Steuerbonus. Für besonders schlechte Gebäude ist ab dem ersten Quartal 2027 ein Zusatzbonus geplant.


Bei einer Fassade bis 30.000 Euro bringt der Steuerbonus mit 20 Prozent mehr als der Zuschuss mit 15 Prozent, sofern du genug Einkommensteuer zahlst. Wann welcher Weg besser ist, rechnet der Ratgeber Steuerbonus oder Zuschuss durch.


Fassade dämmen in Sinsheim und im Kraichgau


In älteren Ortskernen stehen Häuser oft direkt an der Grenze oder an der Straße. Dort ist die Duldungsregel des Nachbarrechts wichtig, und bei öffentlicher Fläche kann für Gerüst und Dämmung eine Abstimmung mit der Stadt nötig sein. Bei Kulturdenkmalen oder Fachwerk ist oft eine Innendämmung die passende Lösung.


  • Erstberatung: KLiBA Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis, Telefon 06221 99875-0.
  • Denkmalschutz: Bei Kulturdenkmalen vorab mit der unteren Denkmalschutzbehörde sprechen.
  • Straßenseite: Steht das Haus an der Grundstücksgrenze zur Straße, kläre mit der Stadt, ob die Dämmung in den öffentlichen Raum ragen darf.


RS Bau setzt Wärmedämmverbundsysteme um und arbeitet bei Planung und Förderanträgen mit Energieberatern zusammen. Mehr dazu auf der Seite energetische Sanierung in Sinsheim.


Typische Fehler und Profi-Tipps


  • Feuchte Wand gedämmt: Erst Ursache beheben, dann dämmen.
  • Fenster vergessen: Werden die Fenster später getauscht, muss die Laibung wieder geöffnet werden.
  • Dachüberstand zu kurz: Die Dämmung trägt auf, der Überstand muss sie noch schützen.
  • Sockel ausgelassen: Ohne Sockel- oder Perimeterdämmung bleibt eine Wärmebrücke.
  • Nur den Quadratmeterpreis verglichen: Gerüst, Fensterbänke und Anschlüsse machen den Unterschied.
  • Antrag zu spät: Beim Zuschuss erst Antrag, dann Auftrag.


Mehr Kostenfallen stehen im Ratgeber über die teuersten Fehler vor dem Sanierungsstart.


Checkliste: Fassade dämmen


  • Wandaufbau prüfen lassen: einschalig, zweischalig, Fachwerk
  • Feuchte und Untergrund klären
  • Energieberater für U-Wert und Anschlüsse einbinden
  • Fenstertausch mitplanen
  • Zuschuss und Steuerbonus durchrechnen
  • Vertrag mit Förderbedingung, Antrag vor Beginn
  • Bei Grenzbebauung Nachbarn informieren
  • Angebote mit Gerüst, Fensterbänken, Sockel und Anschlüssen vergleichen
  • Nachweise für Förderung oder Steuer aufbewahren


Häufige Fragen zur Fassadendämmung


Was kostet eine Fassadendämmung pro Quadratmeter?

Ein WDVS kostet laut Baukosteninformationszentrum rund 180 bis 200 Euro pro Quadratmeter, eine vorgehängte Holzfassade rund 330 Euro und eine Kerndämmung 20 bis 50 Euro. Gerüst und Anschlüsse können je nach Angebot dazukommen.


Lohnt sich eine Fassadendämmung?

Meist ja, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss. In einem Beispiel spart ein WDVS rund 19 Prozent Heizenergie und amortisiert sich mit Förderung nach rund 20 Jahren. Steigende Energiepreise verkürzen die Zeit.


Muss ich meine Fassade dämmen?

Nein, eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Wenn du aber mehr als 10 Prozent der Außenwandfläche erneuerst, etwa beim Putz, darf der U-Wert höchstens 0,24 W/(m²K) betragen.


Welche Förderung gibt es für die Fassadendämmung?

15 Prozent BAFA-Zuschuss auf bis zu 30.000 Euro, mit Sanierungsfahrplan bis zu 60.000 Euro und 20 Prozent auf den Anteil über 30.000 Euro. Alternativ 20 Prozent Steuerbonus über drei Jahre.


Brauche ich eine Baugenehmigung für die Fassadendämmung?

In Baden-Württemberg nicht, die Wärmedämmung von Außenwänden ist verfahrensfrei. Bei Kulturdenkmalen brauchst du die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde.


Darf ich dämmen, wenn mein Haus an der Grenze steht?

Ja, in Baden-Württemberg muss der Nachbar einen Überbau durch nachträgliche Dämmung von bis zu 25 Zentimetern unter bestimmten Voraussetzungen dulden. Er erhält dafür einen angemessenen Ausgleich in Geld.


Was ist besser: WDVS oder Kerndämmung?

Die Kerndämmung ist deutlich günstiger, geht aber nur bei zweischaligem Mauerwerk mit Hohlraum und dämmt weniger stark. Ein WDVS erreicht höhere Dämmwerte und passt auf fast jede massive Wand.


Fazit: Die beste Gelegenheit ist der nächste neue Putz


Eine Fassadendämmung senkt den Heizbedarf spürbar, macht Wände wärmer und wird gefördert. Am wirtschaftlichsten ist sie, wenn Gerüst und Putz ohnehin fällig sind. Wer Fenster mitplant und Zuschuss und Steuerbonus vergleicht, holt das meiste heraus. Lass dir Methode und Kosten für dein Haus einschätzen: Anfrage senden.



Die Reihenfolge aller Maßnahmen findest du im Ratgeber Energetische Sanierung. Als Nächstes lohnt sich der Blick auf neue Fenster im Altbau.


Aktualisiert am: 31.10.2026


Hinweis: Alle Kostenangaben sind Orientierungswerte und kein Angebot. Verbindlich sind die Angaben der Förderstellen und das Angebot nach Besichtigung.

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