Fenster tauschen 2027: Kosten, Förderung & Einbau im Altbau

31. Oktober 2026

Fenster tauschen 2027: Kosten, Förderung & Einbau im Altbau

Fenster tauschen 2027: Kosten, Förderung und Einbau im Altbau


Kurzantwort: Ein neues Kunststofffenster kostet im Altbau laut Baukosteninformationszentrum rund 1.050 Euro netto inklusive Einbau, ein Holzfenster rund 1.395 Euro, ein Holz-Alu-Fenster rund 1.780 Euro. Für 15 Prozent BAFA-Zuschuss oder 20 Prozent Steuerbonus braucht das Fenster einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K), praktisch also Dreifachverglasung. Wer mehr als ein Drittel der Fenster tauscht, braucht ein Lüftungskonzept.


Es zieht am Fenster, die Scheiben beschlagen im Winter, und die Rahmen lassen sich kaum noch richtig schließen. Neue Fenster bringen Wärmeschutz, Komfort, Schallschutz und Sicherheit. Damit sie keine neuen Probleme schaffen, kommt es auf Einbau, Anschluss und Lüftung an.


Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Energetische Sanierung. Hier erfährst du, wann sich der Tausch lohnt, was Fenster nach Material kosten, welche Vorgaben gelten und wie du Förderung und Steuerbonus nutzt.


Inhalt: Wann lohnt sich der Tausch · Kosten nach Material · Rechenbeispiel · U-Werte und Vorgaben · Einbau und Anschluss · Lüftung · Förderung 2027 · Sinsheim und Kraichgau · Fehler · Checkliste · FAQ


Wann lohnt es sich, Fenster auszutauschen?


Der Tausch lohnt sich, wenn die Fenster einfach verglast sind, die Rahmen undicht oder beschädigt sind, sich zwischen den Scheiben Feuchtigkeit sammelt oder die Fassade ohnehin gedämmt wird. Zehn neue Fenster sparen laut Verband Fenster und Fassade rund 4.900 Kilowattstunden Heizenergie pro Jahr. Bei 10.000 Euro Investition ergibt das eine Amortisation von rund 17 Jahren.


Typische Anzeichen:


  • Zugluft am Rahmen, auch bei geschlossenem Fenster
  • Beschlag oder Feuchte zwischen den Scheiben einer Isolierverglasung
  • Morsches Holz, spröde Dichtungen, verzogene Flügel
  • Kondenswasser und Schimmel an der Laibung
  • Fassadendämmung steht an: Dann gehören die Fenster in die neue Dämmebene


Nicht nur Energie zählt: Neue Fenster verbessern Schallschutz und Einbruchschutz.

Einbruchhemmende Fenster ab Widerstandsklasse RC 2 kosten laut Schwäbisch Hall 150 bis 300 Euro mehr als Standardfenster.


Was kosten neue Fenster nach Material?


Im Altbau kostet ein einflügeliges Fenster mit Fensterbank inklusive Einbau laut Baukosteninformationszentrum rund 1.050 Euro netto in Kunststoff, 1.395 Euro in Holz und 1.780 Euro in Holz-Alu. Der Einbau macht rund 20 bis 30 Prozent der Kosten aus. Ausbau und Entsorgung der alten Fenster kosten etwa 55 bis 88 Euro pro Fenster.


Rechenbeispiel: Zwölf Fenster und eine Fenstertür im Einfamilienhaus

Zwölf einflügelige Kunststofffenster und eine Fenstertür kosten im Altbau inklusive Einbau, Ausbau und Entsorgung rund 14.900 bis 15.350 Euro netto, also rund 17.700 bis 18.300 Euro brutto. Der BAFA-Zuschuss beträgt davon rund 2.650 bis 2.750 Euro, der Steuerbonus rund 3.550 bis 3.650 Euro über drei Jahre.


Posten:

12 Kunststofffenster à 1.050 € ca. 12.600 €

1 Fenstertür Kunststoff ca. 1.595 €

Ausbau und Entsorgung ca. 720 € – 1.158 €


Summe netto:

14.915 €. bis ca. 15.353 €


Summe brutto (19 %)

17.749 € bis ca. 18.270 €


Mit Holz-Alu-Fenstern läge das Beispiel deutlich höher. Plane einen Puffer für Sondermaße, Laibungsarbeiten und Rollläden ein.


Du willst wissen, was deine Fenster kosten? Nach einem Aufmaß vor Ort erhältst du ein Angebot mit Einbau, Anschlüssen und Förderweg. Anfrage senden


Welche U-Werte und Vorgaben gelten für neue Fenster?


Für die Förderung darf der Uw-Wert eines Fensters höchstens 0,95 W/(m²K) betragen, bei Dachfenstern 1,0 und bei Außentüren 1,3. Gesetzlich gilt nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz:


Wird mehr als 10 Prozent der Fensterfläche erneuert, darf der Uw-Wert höchstens 1,3 W/(m²K) betragen. Zweifachverglasung erfüllt die Fördervorgabe in der Regel nicht.


Der Uw-Wert beschreibt das ganze Fenster mit Rahmen und Glas. Lass ihn dir im Angebot ausweisen, nicht nur den Wert der Verglasung.


Worauf kommt es beim Einbau an?


Ein gutes Fenster verliert seine Wirkung, wenn der Anschluss an die Wand nicht stimmt. Innen muss der Anschluss luftdicht sein, außen schlagregendicht und dazwischen gedämmt. Wird die Fassade gedämmt oder ist das geplant, gehört das Fenster vor oder in die Dämmebene, sonst entsteht an der Laibung eine Wärmebrücke.


  • Anschluss in drei Ebenen: innen luftdicht, Mitte gedämmt, außen wetterfest, etwa nach dem Montageleitfaden der RAL-Gütegemeinschaft Fenster.
  • Position in der Wand: Mit Fassadendämmung weiter außen, sonst kühlt die Laibung aus.
  • Rollladenkasten: Alte Kästen sind oft Wärmebrücken. Mittauschen oder dämmen.
  • Fensterbank: Bei späterer Fassadendämmung passende, tiefere Fensterbänke einplanen.
  • Laibung: Putz nach dem Einbau sauber anarbeiten, gegebenenfalls Laibung dämmen.


Praxistipp: Bei RS Bau planen wir Fenster und Fassade zusammen, auch wenn die Fassade erst später kommt. So sitzt das Fenster dort, wo die Dämmung später anschließt. Wie die Fassadendämmung abläuft, steht im Ratgeber Fassade dämmen.


Warum brauchst du nach dem Fenstertausch ein Lüftungskonzept?


Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Der ungewollte Luftaustausch durch die Fugen fällt weg, die Feuchte bleibt im Raum und schlägt sich an der kältesten Stelle nieder. Deshalb fordert die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept, wenn mehr als ein Drittel der Fenster getauscht wird. Es klärt, ob Lüften von Hand reicht.


Ist das nicht der Fall, sind lüftungstechnische Maßnahmen nötig, etwa Fensterfalzlüfter, Abluftventilatoren in Bad und Küche oder dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Letztere kosten laut Reduco rund 500 bis 1.500 Euro pro Raum. Warum Schimmel nach dem Fenstertausch so häufig ist, erklärt der Ratgeber Schimmel und Feuchtigkeit.


Brauchst du eine Genehmigung für neue Fenster?


In der Regel nicht. Der Austausch gleich großer Fenster ist Instandhaltung, und Öffnungen in Außenwänden und Dächern sind in Baden-Württemberg verfahrensfrei. Bei Kulturdenkmalen brauchst du die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde, in Gebieten mit Gestaltungssatzung können Vorgaben zu Material, Farbe oder Sprossen gelten.


Welche Förderung gibt es 2027 für neue Fenster?


Das BAFA fördert neue Fenster, Außentüren und Tore mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 Prozent auf den Anteil über 30.000 Euro. Alternativ gibt es 20 Prozent Steuerbonus. Den geplanten Zusatzbonus für besonders schlechte Gebäude gibt es nur für Dämmung, nicht für Fenster.


BMWE

iSFP-Bonus

+5 Prozentpunkte auf den Anteil über 30.000 €

Maßnahme im geförderten iSFP

seit 21.07.2026


BMWE

Fachplanung und Baubegleitung

50 %, max. 5.000 € förderfähig (EFH)

zusammen mit der Maßnahme

seit 21.07.2026


BMWE

Steuerbonus § 35c EStG

20 % über drei Jahre, max. 40.000 € je Objekt

selbst genutzt, Gebäude älter als 10 Jahre, Fachunternehmerbescheinigung

2026


Steuerkurse

Bei reinen Fensterprojekten unter 30.000 Euro bringt der Steuerbonus mit 20 Prozent mehr als der Zuschuss mit 15 Prozent und braucht keinen Energieeffizienz-Experten. Dafür musst du genügend Einkommensteuer zahlen. Den Vergleich mit Rechenbeispielen findest du im Ratgeber Steuerbonus oder Zuschuss.


Fenster tauschen in Sinsheim und im Kraichgau


Für eine neutrale Erstberatung zu Fenstern, Dämmung und Förderung ist die Energieagentur KLiBA im Rhein-Neckar-Kreis die erste Adresse. In historischen Ortskernen und bei Kulturdenkmalen solltest du vor der Bestellung klären, ob Gestaltungsvorgaben gelten. Die meisten Fenster werden nach Aufmaß gefertigt, plane die Lieferzeit in deinen Zeitplan ein.


  • Erstberatung: KLiBA Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis, Telefon 06221 99875-0.
  • Gestaltung: Bei der Stadt Sinsheim oder deiner Gemeinde nach Gestaltungssatzungen fragen.


RS Bau tauscht Fenster und Außentüren als Teil der energetischen Sanierung und stimmt sie mit Dämmung und Dach ab. Mehr dazu auf der Seite energetische Sanierung in Sinsheim.


Typische Fehler beim Fenstertausch


  • Fenster ohne Fassadenplanung gesetzt: Später sitzt das Fenster an der falschen Stelle.
  • Nur den Glaswert verglichen: Entscheidend ist der Uw-Wert des ganzen Fensters.
  • Lüftungskonzept vergessen: Schimmel an Laibungen und Außenecken.
  • Rollladenkasten nicht gemacht: Die Wärmebrücke bleibt.
  • Zweifachverglasung gekauft und Förderung erwartet: Erfüllt die Vorgabe in der Regel nicht.
  • Antrag nach der Bestellung: Zuschuss verloren.


Weitere Kostenfallen stehen im Ratgeber über die teuersten Fehler vor dem Sanierungsstart.


Checkliste: Fenster tauschen


  • Zustand prüfen: Zugluft, Feuchte zwischen den Scheiben, Rahmen
  • Fassadendämmung jetzt oder später? Einbauposition festlegen
  • Uw-Wert ≤ 0,95 im Angebot ausweisen lassen
  • Rollladenkästen und Fensterbänke mitplanen
  • Lüftungskonzept bei mehr als einem Drittel der Fenster
  • Zuschuss oder Steuerbonus wählen, Antrag vor Bestellung
  • Gestaltungsvorgaben und Denkmalschutz klären
  • Lieferzeit einplanen


Häufige Fragen zum Fenstertausch


Was kostet ein neues Fenster inklusive Einbau?

Im Altbau laut Baukosteninformationszentrum rund 1.050 Euro netto für ein einflügeliges Kunststofffenster mit Fensterbank, 1.395 Euro für Holz und 1.780 Euro für Holz-Alu. Sondermaße und Rollläden kosten extra.


Wann sollte man Fenster austauschen?

Wenn sie einfach verglast oder undicht sind, sich zwischen den Scheiben Feuchtigkeit sammelt, die Rahmen beschädigt sind oder die Fassade ohnehin gedämmt wird.


Wird der Fenstertausch gefördert?

Ja. Das BAFA zahlt 15 Prozent, wenn der Uw-Wert höchstens 0,95 W/(m²K) beträgt und der Antrag vor Beginn gestellt wird. Alternativ gibt es 20 Prozent Steuerbonus über drei Jahre.


Reicht eine Zweifachverglasung?

Gesetzlich ja, wenn der Uw-Wert höchstens 1,3 W/(m²K) beträgt. Für Förderung und Steuerbonus brauchst du höchstens 0,95 W/(m²K), das erreichen in der Regel nur Fenster mit Dreifachverglasung.


Brauche ich nach dem Fenstertausch eine Lüftungsanlage?

Nicht unbedingt. Wird mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, fordert die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept. Es zeigt, ob Lüften von Hand reicht oder Lüfter nötig sind.


Sollte ich erst die Fenster oder erst die Fassade machen?

Am besten zusammen. Geht das nicht, setze die Fenster so, dass die spätere Dämmung sauber anschließt, und plane passende Fensterbänke ein.


Brauche ich eine Genehmigung für neue Fenster?

In Baden-Württemberg in der Regel nicht. Bei Kulturdenkmalen brauchst du die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde, und Gestaltungssatzungen können Vorgaben machen.


Fazit: Gutes Fenster, guter Anschluss, gute Lüftung


Neue Fenster sparen Energie und bringen Komfort, wenn drei Dinge stimmen: ein Uw-Wert, der die Förderung erfüllt, ein sauberer Anschluss an Wand und künftige Dämmung und ein Lüftungskonzept. Wer Fenster und Fassade zusammen denkt, baut nur einmal. Lass dir deine Fenster vor Ort aufmessen: Anfrage senden.


Alle Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge findest du im Ratgeber Energetische Sanierung. Steht auch die Fassade an, lies weiter bei Fassade dämmen.


Aktualisiert am: 31.10.2026


Hinweis: Alle Preise sind Orientierungswerte und kein Angebot. Verbindlich sind die Angaben der Förderstellen und das Angebot nach Aufmaß.

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